Ich war dann doch sehr neugierig was das Atomic Cluster Pedal angeht und habe es inzwischen einige male mit Gitarren ausprobiert. Ich muss schon sagen, irgendwie ist der Effekt ziemlich cool. Ich würde ihn weniger als „glitchy“ bezeichnen (da sehe ich eher den Ottobit von Meris). Die Oszillationen, die das kleine Pedal erzeugt, muten tatsächlich irgendwie sehr „textural“ und irgendwie „lo-fi“ an – ja wie viele kleine tonale Atome, die geordnet durcheinander schweben. Klingt bekloppt, bringts aber für mich irgendwie auf den Punkt.
Dreht man den Blend ordentlich auf und experimentiert mit dem Speed Regler erkennt man schnell, dass bei geeignetem Anschlag das Pedal hier mit seinem Effekt durchaus auch den Rhythmus vorgeben kann. Da wird sich dann der/die ein oder andere evtl. eine Midi-Buchse wünschen, welche den Vorteil hätte, das Tempo zu „clocken“, also die Option eine externe Clock anzubauen wäre nicht so falsch gewesen. So ist das dann immer eher Pie mal Daumen mit dem Tempo Setting - fürs Recording ein bisschen Schade. Auch bei dem Atoms-Regler erkenne ich einen gewissen Sweet Spot, komplett aufgerissen, ist mir das Signal dann noch irgendwie zu überladen.
Insgesamt macht der Effekt für mich bei cleanen und leicht angezerrten Sounds vor allem Sinn. Distortion verträgt sich meiner Ansicht nicht so super mit dem Teil. Und – was ich erst noch teste – wie sich das Teil auf ein Synthesizer Signal auswirkt, ist mit Sicherheit ziemlich spannend. Da glaube ich steckt erhebliches Potenzial drin, gerade Synth-Sound (etwa bei meinem Lyra 8 oder Behringer 2600) können hier bestimmt klanglich aufgewertet werden. Alles in allen, ein cooler Effekt, (logisch) kein always on, aber gezielt verwendet, kann er bereichernd sein, gerade um einer cleanen oder leicht gezerrten Gitarre eine gewisse Atomsphäre zu verleihen. Daher stellt sich für mich hier Zufriedenheit ein.